Stummfilm "The Artist"
Der Film ist nicht nur schwarz-weiß, sondern auch ohne Ton - und trotzdem wird er ganz heiß gehandelt. Bei den 69. "Golden Globes" wird der französische Film "The Artist" gleich in sechs Kategorien für den wichtigen Filmpreis nominiert. Auch ein Deutsch-Ire darf auf eine Auszeichnung hoffen.
"The Artist" ist wieder eine von ganzem Herzen empfundene Verbeugung vor dem Kino der Vergangenheit. Aber auch ein lupenreiner Publikumsfilm, der sich ganz den Gesetzen des Stummfilms unterordnet, es sich aber auch erlaubt, mit ein paar originellen Tricks und Kniffen sich über das Regelwerk hinwegzusetzen und klarzumachen, dass er nicht nur mit der Technik, sondern auch dem Verständnis des 21. Jahrhunderts gemacht wurde. Erzählt wird, ganz nach dem Vorbild von "Singing in the Rain", eine Geschichte aus der Zeit, als der Stummfilm vom Tonfilm abgelöst wurde und seine alten Stars einer neuen Garde junger Schauspieler weichen mussten.
Immer wieder hat der Film hinreißende Ideen, ob er nun die Musik aus Hitchcocks "Vertigo" verwendet, den Ton in einem entscheidenden Moment ganz abdreht oder zum Abschluss die befreienden Klänge klackernder Stepptanzschuhe erklingen lässt. Der Film ist ganz leichte Unterhaltung, die Verbeugung eines Franzosen vor dem ganz alten Hollywood, als es noch Hollywoodland war, und einfach unwiderstehlich - nicht zuletzt, weil er mit dem perfekt dressierten Terrier der Hauptfigur auch noch einen der wunderbarsten Hunde der Filmgeschichte vorzuweisen hat. Auf gut deutsch: ein durchschlagender Erfolg, der über den Festivaleinsatz in Cannes samt hochverdientem Darstellerpreis - hinaus die Herzen des Kinopublikums höher schlagen lassen sollte.






